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Für meinen Bruder Markus

Markus Bredendiek

 

*06. 01. 1966 +09.03.2010


Lieber Markus, wir vermissen Dich.
Dinge, die wichtig waren, brachtest Du auf den Punkt.
Deine Meinung und Dein Wissen war für uns eine ständige Quelle des Neuen. Jedes Gespäch mit Dir gab Impulse zum Nachdenken.

In Liebe.
Deine Familie und Deine Freunde

 

  Markus

 

 

Beerdigung Markus Bredendiek   
*06.01.1966   +09.03.2010

Die Trauerpredigt wurde von unserem Freund Pfr. Michael Pflug am
Freitag, dem 19.03.2010 um 10:00 Uhr auf dem Städtischer Friedhof in Berlin-Weißensee gehalten

 

Liebe Constanze; Elisa, Magdalena, Jonas;
liebe Marianne;
liebe Christian, Hans-Otto, Ricarda;
liebe Angehörige, Freunde, Kollegen und Bekannte von Markus Bredendiek,

(„Ihr habt jetzt Trauer, aber ich werde euch wieder sehen und euer Herz wird sich freuen.“ (Joh. 16, 22)

Ihr seid alle hier, auf dem Friedhof. Es ist wie eine Familienfeier aller Bredendieks, erweitert durch Freunde Kollegen und Bekannte, wenn nicht eben dieser Ort wäre. Markus nun hier?
Ja, der Schöpfer, der Vater Jesus Christus, der Vater unser, aller, hat ihn heimgerufen. Zu früh, zu zeitig aus diesem Leben, vor Augen.
Euer, unser aller, gesprochenes Ja und Amen und so ist es, hat noch gar nicht Bezug zur Realität. Markus heimgekehrt, zu ihm, von dem er einst kam, dankbar empfangen auf dieser Erde, beseelt mit seinen Gaben. Wie weit, wie weit uns voraus, ist doch Gott, wie fern?
Nun, Markus, wo bist du? – mein Mann, mein Vater, mein Sohn, mein Bruder.
Unsere eine Hand greift, fasst, die Erde, Gottes Erde. Die andere Hand hält das traurige, verwundete Herz, das Leben, Gottes Wille.
Wir sprechen von Abschied. Meinen wir nicht damit den Abschied bis zum wieder begegnen - anders als bisher gewohnt und erwartet? Ja, wir begegnen uns wieder. Dem Abschied folgt eine Zeit. Eine jede, ein jeder, bekommt die Zeit, schwere Zeit, am Ende gute Zeit, eingeläutet durch Dankbarkeit.
Jesus Christus lässt uns wissen:

„Ihr habt jetzt Trauer, aber ich werde euch wieder sehen und euer Herz wird sich freuen.“ (Joh. 16, 22)

Ich bin überzeugt, dass in seinen Gedanken und Worten, gelebt auf dieser Erde, sich das Gebot der Nächstenliebe versteckt, das Gebot, das unbegrenzt gilt. Die Nächstenliebe, wem sie auch immer gilt, kann kein Tod auflösen. Gott ruft uns Menschen ins Leben, heute so und morgen anders, was wir noch erkennen können, werden, ….

Im Lied von Reinhard Mey, das in den letzten Monaten Markus und Connys Liebe poetisch einfing erklang der Refrain:

Nein, ich lass' dich nicht allein. Ich sitze einfach hier.
Ich bleibe hier bei dir. So lange wie es dir gefällt.
Ich habe alle Zeit der Welt. Ich muss nirgendwo pünktlich sein.
Ich lass' dich nicht allein.

Wenn der Liebe Raum gegeben wird, welche Rolle spielt die Zeit?
Wie kurz war die Zeit, die die Jüngerinnen und Jünger mit Jesus hatten?
Wie kurz ist die Zeit Deines Sohnes für Dich, liebe Marianne, als Mutter, gemessen an Deiner Zeit?
Wie kurz war die Zeit, Elisa, Magdalena, Jonas, die ihr Euren lieben Vater um Euch hattet?
Und Ihr Geschwister, Schwager, Schwägerinnen, ihr alle … ?

Geht, ohne euch umzusehen – bindet Euch nicht an meinen Tod - , eh meine Last Euch niederdrückt- ich bin auch nur ein Mensch - , eh meine Schwere Euch noch hält. Wenn Ihr es wollt, wenn's Euch gefällt lass' ich Euch los, lass' ich Euch gehen ins Leben aus Liebe.
Das wäre wohl Markus Bredendiek.
Na ja, Micha, würde er zu mir sagen – bescheiden mir und uns allen gegenüber.

1966 wurde Markus seinen Eltern geschenkt; vor im schon zwei Brüder; nach ihm noch die Schwester. Er genoss es mit Hochachtung und Dank in einem offenen und gesprächsfreudigen, liebevollen Elternhaus groß zu werden. Sein Leben entwickelte sich im und aus dem Gottvertrauen der Eltern: „Von guten Mächten wunderbar geborgen …“ erlebten, lernten, die Kinder. Und das trug auch ihn.
Im Blick auf Markus und uns alle, sollten wir die eine Strophe, die jeder in den Händen hält, anstimmen.

  1. Lied: „Von guten Mächten wunderbar geborgen …“ (7)

 

Markus Leben geborgen: Kindheit, auch bei Oma, Schule, Christenlehre, Ausbildung, Baufacharbeiter mit Abitur, Junge Gemeinde. Er stand am Sarg seines Vaters. Dann Armeezeit, und immer wieder Freunde – bis heute. Mit dem Kopf arbeitete er; mit den Händen konnte er’s auch. Über eine Tätigkeit an der damaligen Akademie der Wissenschaften fand er den Weg über das Studium zum Diplom Historiker. Einmal war er schon Constanze begegnet. 1988 hatte Ihr Euch wieder getroffen  – mit Elisa. Behutsam, weitsichtig, Conny und Elisa kamen 1990 nach Berlin. Wie weiter? Markus stellte sich der Liebe, der Treue und Verantwortung gegen Karriere. Gemeinsame Zeit , aber auch Zeit der Suche Familienglück und Arbeitsglück zusammen zu bringen. Sparsame Zeit, für keine Arbeit war er sich zu schade. 1995 Heiratsurkunde und in Folge bekam Markus eine rechte Tochter dazu und dann noch zwei weitere rechte Kinder. Glückliche Familie, großes Geschenk – das war ihm bewusst – wohl deshalb habt Ihr es – besser einander -  bewahrt.
Vor 10 Jahren dann endlich auch die Arbeit mit den Kollegen, die ihn ausfüllte und Freude bereitete.
Markus, Sohn, Bruder, Ehemann, Vater, Kollege, Freund …, auf dieser Erde war er ein Genießer, Genießer von Menschlichkeit und Wärme. Und das Seine tat er dazu bis zum letzten Atemzug. War es doch der Gott des AT und NT, der ihn dazu bewegte, sich zu bewegen ohne damit aufdringlich zu wirken.
Die Ferien als Kind in der Familie genoss er; seine unterschiedlichen Geschwister; die Familienzusammenkünfte der Großfamilie Bredendiek, die Freunde, die Ferien und Reisen als Vater mit seinen Kindern genoss er. Und er genoss Dich, Conny, als seine liebe Frau.
Intellektuell konnte Markus mühelos sein, das war ihm nachrangig.

Gras von Gerhard Gundermannn, eines Eurer Lieder erzählt vom Gras. Was ist schon Gras – Sensen kommen, es wächst wieder und klammert all die Wunden zu.

als wir endlich alt genug warn stopften wir sie in den schrank
die allzuoft geflickten flügel      und gott sagte gott sei dank
und nachts macht diese stadt über uns die luken dicht
und wer den kopp zu weit oben hat der findt seine ruhe nicht.

Gras, der Schöpfung Anschauungsmaterial zum Leben; er lässt es wachsen, damit wir lernen und es deuten, Gott ist im Leben; Leben ist in Gott, und wer den kopp zu weit oben hat der findt seine ruhe nicht.

Markus Bredendiek hatte seinen Kopp nicht oben. Ruhend bei Euch hörte er auf zu atmen; bei Euch, die Ihr dabei wart. Und, liebe Elisa, ich nenne Deinen Namen für all die anderen, die nicht anwesend waren, doch an Markus dachten, auch für dich und all die anderen waren deine Mutter und Geschwister anwesend.
Er war und bleibt in Gottes Händen.

„Ihr habt jetzt Trauer, aber ich werde euch wieder sehen und euer Herz wird sich freuen.“ (Joh. 16, 22)

Amen.

 

Die Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907

von Markus Bredendiek
(1994)

 

 


© Thomas Hans-Otto Bredendiek
info@hans-otto-bredendiek.de

 
www.hans-otto-bredendiek.de