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Ursprung des Familiennamens BREDENDIE(C)K

Der Familienname BREDENDIE(C)K ist niederdeutsch und bedeutet: Breiter Deich.
Möglich ist aber auch, daß sich der Name auf DIECK = Deich bezieht und die Vorsilbe BREDE auf brede (ndd).= feuchte, sumpfige Niederung.
„Beide Silben sind Flurbezeichnungen, d.h. Namen für eine bestimmte Geländeform. Beide Silben sind typische Namen für Markkötter. Das sind Höfe, die erst spät in den Marken gegründet wurden und die in der Regel nach ihrer Lage benannt wurden,  und zwar ursprünglich mit einer Präposition: z. B. ufm Diek, bei der Breede. Später formen sich diese Namen dann in eine nicht präpositionale Form, wie z. B. Diekmann, Diekhaus, Bredenkötter.“ [1]

Wo die Stammheimat der BREDENDIEK’s zu finden ist, läßt sich nicht genau feststellen. Bei Auswertung der Telefonbücher nach Verbreitung des Namens finden sich drei regionale Schwerpunkte:

  1. Berlin und die Uckermark
  2. Ruhrgebiet
  3. Nordseeküste

Die in Berlin lebenden Familien gehören nicht alle zu unserer Linie. Bei den in
der Uckermark vorkommenden Namensträgern kann mit Sicherheit von einer Verwandtschaft ausgegangen werden. Zum Teil ist dies auch schon dokumentiert. Der Stammvater ist Just BREDENDIECK, dessen Nachkommen in dieser Arbeit nachgewiesen werden.
Die Verwandtschaft zu den im Ruhrgebiet und an der Nordsee lebenden Familien gleichen Namens konnte bisher nicht geklärt werden.

Der älteste Nachweis des Namens BREDENDIEK findet sich als BREENDYCK in einem der ältesten Steuerverzeichnisse [2] für weite Teile Westfalens 1486. Hier wird der Hof BREENDYCK in Bövinghausen (Amt Bochum, jetzt ein Stadteil von Dortmund), erwähnt.
Der Kotten BREDENDIEK befindet sich am Mühlenweg 26 im Essener Ortsteil Burgaltendorf. Erstmals erwähnt wurde er im Jahre 1712. In den Kirchenbüchern tritt der Name 1712 als „SCHAPHAUS genannt BREDENDIEK [3] auf.
Bei den Forschungen in weiten Teilen Westfalens kommt folgende Problematik hinzu; die Familienamen wechselten bis 1780 ständig. Statt eines konstanten Familiennamens wurde der Name des Hofes oder Kotten geführt. Heiratete der Mann z.B. in einen Kotten ein, so trug die Familie den Namen der Ehefrau, nämlich den Kotten- oder Hofnamen. Das gleiche gilt für einen Verkauf, eine Verpachtung oder Behandigung eines Kottens oder Hofes an eine bestimmte Familie. Weiterhin korrespondieren die Eintragungen in den Kirchenbüchern vor 1800 oft nicht miteinander, d.h. bei einer Heirat sind nicht die Lebensalter oder Geburtsdaten der Eheleute angegeben.

Ob nun im Raum Dortmund die „Urheimat“ der BREDENDIEK’s zu suchen ist oder an der Nordseeküste, dort als Deichbauer, läßt sich nicht feststellen. Ich vermute, daß sich der Familienname unabhängig voneinander im Ruhrgebiet und an der Nordsee gebildet hat. Einen gemeinsamen Ursprung beider Linien halte ich persönlich für ausgeschlossen.
Ob unsere Familie aus einer der beiden Sippen stammt, ist ungeklärt. Die Ursprungsheimat unseres Stammvaters Just BREDENDIEK ist möglicherweise Bruche bei Melle. Dieser Ort liegt in der Nähe von Osnabrück und würde damit ziemlich genau zwischen dem Dortmunder Raum und der Nordseeküste liegen.


[1] Mail vom 10.1.2001 von Michael Ortmann, 2. Vorsitzender AK Familienforschung Osnabrück e.V. an Thomas Bredendiek

[2] „Schatzbuch der Grafschaft Mark“ von 1486, bearbeitet von Willy Timm, zu beziehen über das Stadtarchiv Unna, Burgstraße 8 in 59423 Unna

[3] „Burgaltendorf, Bauernschaft und Bergrevier, Die Geschichte der Burgaltendorfer Höfe, Kotten und Bergwerke“, Selbstverlag des Heimat- und Burgenvereins Essen-Burgaltendorf e.V., Kaufmann Druck GmbH Essen


© Thomas Hans-Otto Bredendiek
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