7
6
1
5
4
3
2

Karl August Ferdinand Karbe und
Auguste Karbe, gebornen Fabricius

Aufgeschrieben von Adolf Karbe, ev. luth. Pastor zu Angermünde im Jahre 1868,
abgeschrieben i. J. 1912

Diese Erinnerungen haben nicht nur für die Gramzower Geschichte eine große Aussagekraft, sie spiegeln auch ein gutes Stück brandenburgischer Sozial- und deutscher Kirchengeschichte wider. Sie erlauben einen Einblick in die gesellschaftliche Entwicklung deutschen Bürgertums und die familiären Verbindungen zwischen Landwirten, hier Pächtern, und dem deutschen Pfarrhaus. Diesen genealogischen Verbindungen nachzugehen ist auf alle Fällel lohnenswert und ich werde dies an anderer Stelle tun.

In der Einleitung zur "Geschichte der Familie Karbe-Band II: Die Gramzower Linie (2006) schreibt Dr. Klaus Karbe (+), der leider das Erscheinen dieser hervorragenden Familiengeschichte nicht mehr erleben konnte, zur Entstehungsgeschichte des "Beiwagen" folgendes:

"Das 'As' aller Erinnerungen stellt aber die von Pastor A d o l f   K a r b e (1806-1880) verfaßte Chronik dar, eine Geschichte des Hauses Gramzow. Adolf Karbe hat sie überschrieben: 'Aus dem Leben meiner seligen Eltern'. Gemeint sind der Amtsrat C a r l August Karbe (1780-1852) zu Gramzow und seine Ehefrau A u g u s t e geb. F a b r i c i u s (1782-1848). Selbstverständlich beschränken sich die Aufzeichnungen nicht allein auf die Eltern, der ganze Familienkreis wird mit einbezogen. Adolf Karbe schrieb sie zur Silberhochzeit seiner Geschwister A u g u s t Karbe (1813-1877), Rittergutsbesitzer zu Lichterfelde bei Eberswalde, und T h e r e s e geb.
T h é r e m i n (1824-1895). Er schrieb sie also 1867/68, denn die Silberhochzeit fand am 14. Februar 1868 statt. In der Folgezeit wurden die Erinnerungen als eine 'Karbe'sche Familiengeschichte' mehr als einmal abgeschrieben. Amtsrat Karbe, der nach Aufgabe von Gramzow viel Zeit hatte, schrieb die umfangreichen Aufzeichnungen mehrfach mit der Hand für seine Kinder ab. Einige Exemplare davon sind noch vorhanden. Das Original selbst, kunstvoll geschrieben und mit einem Bildteil verbunden, der zeitgenössische Fotografien aller näheren Familienmitglieder enthält, existiert heute noch. (...).
Erwähnt sein noch, daß die Erinnerungen merkwürdigerweise den Namen 'der Beiwagen' führen. Niemand, den ich befragt habe, konnte mir eine stichhaltige Erklärung hierfür geben. Vielleicht erhielten die Aufzeichnungen diese Bezeichnung erst später, als ... Paul Karbe seinem Vetter, Prof. Hans Karbe, zu dessen Hochzeit im Jahre 1894 eine prächtige, in Leder gebundene, säuberlich geschriebene Genealogie der Familie Karbe in Großformat schenkte ... Vielleicht wurde damals eine Abschrift der Aufzeichnungen von 1868 - scherzhafterweise als 'Beiwagen' bezeichnet - mitgeliefert. Es wäre zu wünschen, wenn jemand eine bessere Erklärung wüßte!"

Die in eckigen Klammern gesetzten Ziffern sind Links auf Fußnoten. Die in runden Klammern gesetzten Ziffern geben den Beginn der Seite im Original an.

Informationen zur Familie Karbe finden sich auf der Internetseite des "Familienverband Karbe".


Weiter zu: Aus dem Leben meiner seligen Eltern


© Thomas Hans-Otto Bredendiek
info@hans-otto-bredendiek.de

 
www.hans-otto-bredendiek.de